«Vielleicht war dieser Fehler die Initalzündung»

Aktuell | Igosana-Chefredaktor David Koller nimmt Stellung zum neuen Kleid

Ein Aufschrei ging durch die Netzwelt: Die Website igosana.ch, seit Jahren ein Garant für veraltetes Design, sah ohne Vorwarnung mit einem Schlag aus wie ein hundskommuner Blog. Was war passiert?

Das Gespräch führte Aphrodita Adonis

Herr Koller, warum ist igosana.ch plötzlich nur noch grauer Durchschnitt? In einer ersten Stellungnahme war die Rede von einem Fehler Ihrerseits. Was lief schief?

David Koller: Peinlich aber wahr: Die Redaktion ist in den letzten Jahren mehrere Male umgezogen. Bei einem dieser Tapetenwechsel gingen offenbar die CDs mit der Software für das Gestalten der Website verloren. Wir haben den Fehler erst bemerkt, als wir neue Hardware angeschafft haben und die Programme installieren wollten.

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«Peinliche Fehler sind passiert. Köpfe werden rollen – sicher nicht meiner»: Chefredaktor und Ökonom David Koller ist selbst- und orthographiesicher wie eh und je. (Foto: zvg)

Warum kaufen Sie sich nicht neue Programme?

Schätzchen, du hast schöne braune Augen. Aber das reicht leider nicht. Ganz offensichtlich hast du keine Ahnung was das kostet. Die Medienbranche steckt in der Krise. Auch Luxusprodukte wie igosana.ch kriegen das zu spüren. Deswegen arbeiten wir jetzt mit kostenloser Software.

Ist mit dieser Software überhaupt eine Rückkehr zum alten Kleid möglich, (leise) Sie sexistisches Arschloch?

He he he… Das klären unsere Spezialisten derzeit ab. Es sieht aber nicht sehr gut aus. Die alte Website war mit fast 100 Dokumenten sehr umfassend. Unser Ziel ist es, das alte Werk in das neue zu verlinken. Sämtliche Daten in neue Seiten umzuwandeln wäre zu aufwändig. Gleichwohl: Vielleicht war der Fehler die Initialzündung für etwas ganz Neues, ganz Tolles. Ein Relaunch war überfällig.

Jetzt versuchen Sie schönzureden.

Nein, denn nur verteufeln sollte man die neue Software nicht. Sie ist viel einfacher zu bedienen, neue Texte sind deutlich schneller aufgeschaltet. Es ist ein offenes Geheimnis, dass igosana.ch in den letzten Monaten bisweilen inhaltlich arg vernachlässigt wurde. Das dürfte sich nun wieder verbessern. Zudem lassen sich mit der neuen Archivfunktion Texte besser finden.

Was sind Ihre nächsten Projekte?

Ich möchte zusammen mit Bill von «Tokyo Hotel» monatelang durch den Monsun gehen und ihm erst ganz am Schluss des Trips gestehen, dass mir seine Frisur nicht gefällt.

Stimmt es, dass auf Ihrer Redaktion dressierte Paviane arbeiten?

Ja, die guten Texte stammen ausschliesslich von ihnen. Ich mag ihre Hintern.

Und die SVP?

Christoph Mörgeli wird demnächst Gastkolumnist auf igosana.ch. Ferner macht Christoph Blocher neuerdings die schmutzige Wäsche des Redaktionsteams – denken Sie an die Paviane. Seinen Bruder Gerhard haben wir als Hausclown engagiert. Zudem wird er jeweils Sonntags unsere ökumenischen Gottesdienste gestalten. Und Toni Brunner versorgt uns täglich mit frischer Milch.

Sie gelten als unberechenbar, unrealistisch und überaus narzistisch veranlagt. Ihre Selbstüberschätzung, sagt man, nehme mitunter groteske Züge an.

Alles Blödsinn. Ich bin nur sexy und klug. Und ich habe ein schönes Fahrrad.

One comment

  1. Tante Helga

    Ihr Fahrrad ist nicht schön, Herr Koller. Es ist nur alt und meist auch noch kaputt. Wieso ging das beim Umzug nie verloren?

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