Was heisst Igosana?

Im Juli 2003 wurde die erste Version von igosana.ch aufgeschaltet. Zum Fünf-Jahre-Jubiläum soll nun eines der grossen offenen Geheimnisse des Web 2.0 gelüftet werden: Was versteckt sich hinter dem Namen? Hierfür zitieren wir vorerst den Begrüssungstext auf der Startseite von Igosana 1.0:

Aus der einstigen Krankenkasse eines chauvinistischen Männerclubs ist längst die Selbstdarstellungsplattform eines profilierungssüchtigen jungen Mannes geworden.

IGOSANA, das ist der Netzauftritt von David Koller.

Fürwahr, dieser Männerclub mag chauvinistisch sein. Es soll ihm aber angerechnet werden, dass er einen hoch lobenswerten, da christlichen, Hintergrund hat. All seine Gründungsmitglieder waren im Gospelchor «Live in Church» aktiv. Als dieser 1996 mit dem Musical «Live in Dani’s Bar» auf Tournee ging, waren die lustigen Gesellen als Doppelfunktionäre tätig. Einerseits als Musiker – in Band oder Chor –, anderseits waren sie als Roadies für den Auf- und Abbau der Bühne verantwortlich. Nachdem sie ihr Werk jeweils beendet hatten, frönten die rund zehn Männer den ausgiebigen Alkoholkonsum, sehr zum Leid der Chorleiterin. In einer dieser bierseeligen Stunden wurde der Club gegründet. Es war im Dezember 1996.

Monatliche Krankenkassenprämien
Der aufmerksame Leser merkt es, der Autor drückt sich davor, die Bedeutung der Buchstaben zu erläutern. Dies, weil sie aus heutiger Sicht doch reichlich primitiv erscheinen. Nun denn:

Interessengemeinschaft Oberschweiser, kurz IGOS.

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Wie eine Studentenvereinigung, nur weniger elitär: Die IGOS beim vierteljährlich stattfindenden Quartalschweisen. Der Autor (im weissen T-Shirt) wurde an diesem Abend wegen eines groben Tenuverstosses zu Handen des Protokolls scharf verwarnt. (Foto: Unbekannter Künstler)

Für Nicht-Luzerner sei auch der Begriff Schweiser erläutert: Schweisen ist hierzulande ein Synonym für saufen; oder ein Euphemismus, wie man lieber will.

IGOSANA wiederum ist die Krankenkasse der IGOS. Eine Zeitlang zahlten die Mitglieder jeden Monat eine Prämie ein, aus deren Ertrag sie Vereinsreisen unternahmen. Dieser an sich lobenswerte Brauch wurde aber bereits vor Jahren eingestellt, wegen mangelnder Zahlungsmoral der Versicherten. Und um ehrlich zu sein: Es fand lediglich eine Vereinsreise statt, auf die auch nur ein Bruchteil der IGOS mitging.

Penetrante Frauenfeindlichkeit
Die IGOS sind ein überaus einfach gestrickter Verein, vergleichbar mit einer Studentenorganisation, nur weniger elitär. Darin vertreten sind Sozialarbeiter, ewige Studenten, Wirtschaftsprüfer, Anwälte, Rektoren, Geschäftsführer, Sachbearbeiter, Verkaufsleiter und Landwirte. An sich sind die Pluralformen in dieser Auflistung eine masslose Übertreibung, aber Übertreibung und Selbstüberschätzung zeichnen die IGOS aus.

Ein weiteres Merkmal der Vereinigung ist die penetrante Frauenfeindlichkeit. Das schöne Geschlecht ist von den vierteljährlich stattfindenden Quartalschweisen strikt ausgeschlossen. An diesen steht der gesittete Genuss von Alkohol und das lustvolle Verbreiten von Gerüchten im Vordergrund. Ferner haben sich die Männer peinlich genau an die Statuten zu halten, Zuwiderhandlungen werden im Protokoll vermerkt. Verweise, etwa wegen Tenüverstössen, können zu drastischen Sanktionen führen. Die schlimmste Bestrafung sind Hiebe, vollstreckt durch das Pony eines Mitgliedes.

Der Wert des Brands IGOSANA
Da Frauen an solchen Veranstaltungen nicht teilnehmen dürfen, wurde in den Zeiten der Gründungswirren der IGOS eine Gegenorganisation gegründet: die IGAF – Interessengemeinschaft Atemfrische. Nur ging dieser bald schon die Luft aus. Nicht so den IGOS. Wenn auch mehrere Mitglieder mittlerweile gestandene Familienväter sind, die regelmässigen Treffen haben Tradition.

Da die Marke IGOS einen nicht zu unterschätzenden Wert besitzt, sicherte sich Berufsopportunist David Koller vor fünf Jahren die Rechte des – ein Hoch auf Neudeutsche Begriffe – Brands IGOSANA. Damit hat er primitive Traditionen mit modernen Kommunikationsmitteln vereint.

Happy Birthday und auf weitere fünf Jahre!

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