Dürrenmatt und die 1000 Milliarden

bank.jpg

«Letzte Generalversammlung der Eidgenössischen Bankanstalt» von Friedrich Dürrenmatt (1966).

«Wir befinden uns in einem Tunnel. Es geht schnell abwärts. Der Lokführer ist mit einem goldenen Fallschirm abgesprungen, und wir haben die Sache nicht mehr in der Hand. Da hilft nur eins: Rauchen! Rauchen! Rauchen!» So schrieb einst der grosse Friedrich Dürrenmatt.

Und heute? Mal wieder steckt das System in der Krise. 1000 Milliarden Dollar werden an Wertpapieren abgeschrieben. Wie sich wohl die verantwortlichen Manager derzeit fühlen? Ob da der Kaviar noch schmeckt? Visionär Dürrenmatt schien es schon 1966 vorausgeahnt zu haben, als er obenstehendes Ölgemälde schuf; oder eben bereits 1952. Damals entstand die Erzählung «Der Tunnel».

Was sind das nur für Zeiten, in denen ultrakapitalistische Staaten wie Grossbritannien ihre Banken teilverstaatlichen, hochgelobte neue Finanzsysteme kollabieren und einstige Musterschüler wie Island vor dem Bankrott stehen?

Und siehe da, auf einmal solls in solchen Zeiten der einst so verschmähte Staat wieder richten. Der Liberalismus, so scheint es, steckt in einer tiefen Krise. Aber seid nicht traurig, liebe Banker und andere Liebhaber des freien Spiels des Marktes: die Schweizer FDP unterstützt die Hanfinitiative. Bald schon könnt ihr eure Sorgen wegrauchen und müsst dabei nicht mal ein schlechtes Gewissen haben.

Kommentar verfassen

Du kannst die folgenden HTML-Codes verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>