Facebook zum Zweiten

Passend zu den kleinen Sticheleien auf igosana.ch vom 19. Januar hier ein Einspalter aus der NZZ vom 30. Januar 2009.

Und: Soll keiner kommen, die NZZ sei eine öde Grossmutter mit langweiligen Titeln. Der hier dürfte auch Menschen gefallen, die nicht Liebhaber von Thomas Mann sind:

Zuckerberg auf dem Zauberberg

Wie gleist man am WEF ein Interview mit Facebook-Gründer Mark Zuckerberg – 24-jährig und Multimillionär – auf? Man sucht sein Profil auf Facebook und hinterlässt ihm darauf eine Nachricht. Mark scheint beliebt zu sein: Er hat 730 Freunde und 89 594 Fans. Der Link «Add as Friend» fehlt bei ihm – wieso eigentlich? Wie zu erwarten war, hat Mark keine Zeit, um zu antworten. Ein paar Tage später ruft ein PR-Büro aus Hamburg an und teilt mit, dass Mark den Medien in Davos generell keine Interviews gebe. Höflich weist die Dame darauf hin, dass – sollte sich ein Timeslot auftun – sie sich nochmals melde. Am dritten Tag am WEF kommt auf der Davoser Promenande ein unauffälliger rothariger junger Mann im Faserpelz dahergelaufen. «Excuse me, Mark?» – «Yes?» – «Do you mind giving a short interview to a Swiss newspaper?» Und wieder Pech: Er stehe der Presse nicht zur Verfügung. Neben der Teilnahme an einem Podium nutze er die Zeit vor allem, um Leute zu treffen. Ob ich aber ein Stückchen mit ihm gehen wolle? Klar! Ohne dass ich eine Frage gestellt habe, erzählt mir Mark, dass Facebook in der Schweiz in letzter Zeit erstaunlich schnell gewachsen sei. Aha. «War das Wachstum denn schneller als in anderen Ländern?» Da beendet die entgegengestreckte Hand vor einem Hoteleingang auch schon ein Interview, das gar nie richtig begonnen hat. An Zuckerberg kommt man also kaum ran – weder per Facebook noch Face to Face. Kein Wunder bei 730 Freunden. mtz.

One comment

  1. Die Fratze

    Mann, da spürt man förmlich die Zerrissenheit des Herrn Zuckerberg. In der einen Sekunde möchte er sich abgrundtief mit seinen Mitmenschen auseinandersetzen, ihnen zuhören. Ja vielleicht ihnen Stütze sein. Und schon in der nächsten plagt ihn das schlechte Gewissen: „Was, wenn mich während der Zeit die ver****** Finanzkrise doch noch einholt.“ Drum gibt’s für den Herrn Zuckerberg immer nur eines – eingeflüstert vom Kleinhirn: „Greng ab u seckle, seckle, seckle“…

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