Über Bettwanzen, deutsche Finanzminister und überlastete Studenten

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Was macht ein Werkstudent, der viel zu viel um die Ohren hat und dann auch noch feststellt, dass er bereits wieder an der Reihe ist, eine Glosse zu verfassen? (Anm. der Redaktion: Der Verfasser dieser Zeilen kann nicht verleugnen, dass sein Grossvater einst Landwirt war. Denn eins muss man ihm lassen: Jammern kann er fast so gut wie ein Bauer.) Er liest Zeitung und versucht, daraus einen Text zusammenzustiefeln. Das Resultat: Kollers neuste «Carte Blanche» im «Willisauer Boten».

Lästige Viecher

Sie leben in Falten und Spalten von Matratzen, Sofas und Decken und ernähren sich von menschlichem Blut: Bettwanzen. Ihre Zahl nimmt rasant zu – so sehr wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Die Lage sei dermassen dramatisch, schrieb der Zürcher «Tages Anzeiger» vergangene Woche, dass die US-Umweltbehörde einen «Bettwanzen-Gipfel» einberief. Die vermeintliche Festung Schweiz haben die lästigen Viecher ebenfalls im Nu erobert. Dabei schützen wir uns doch immer geflissentlich gegen alles, was von aussen kommt – ausser gegen fremdes Geld.

Wie haben es die Wanzen gleichwohl zu uns geschafft? Ganz einfach: Steinbrück ist Schuld! Als der deutsche Finanzminister mit seiner Kavallerie vor den Toren der Schweiz stand, um uns Alpenindianer ordentlich einzuschüchtern, haben sich die kleinen rotbraunen Insekten unbemerkt auf den Weg Richtung Eidgenossenschaft gemacht. Gut möglich, dass der berittene Deutsche General der heimlichen Invasion gar etwas nachgeholfen hat.

Doch halt! In letzter Zeit macht auch ein anderes gefrässiges Tier von sich reden. Und das erst noch im Kanton Luzern: Der Wolf ist zurück. Vergangene Woche ist er im Eigental erstmals in die Fotofalle getappt. Und plötzlich ist alles klar. Auch das ist ein Werk des Peer Steinbrück. Mit den Eindringlingen will er uns in die Knie zwingen. Erneut ist die Schweiz mit einer Verschwörung konfrontiert, wie seinerzeit bei der Abwahl von Bundesrat Blocher. Demnächst wird wohl – rein zufällig – auch wieder ein Verwandter des seit kurzem in Chur ausgestopft zu bewundernden Problembären JJ3 durch unsere Wälder trotten; es ist nur eine Frage der Zeit. Schlimmer noch: Für die Vernichtung der Milliarden bei den Schweizer Grossbanken sind nicht unfähige Manager oder irgendwelche Finanzkrisen verantwortlich, sondern kleine miese Kreaturen, die das Geld in den Tresorräumen genüsslich vertilgt haben. Wahrscheinlich sind sie von derselben Gattung, wie die vermaledeiten Bettwanzen.

Ob Bär, Wolf, Bettwanzen oder Geldfresser – geht der perfide Geheimplan auf, ist es nur ist eine Frage der Zeit, bis auch wir im Luzerner Hinterland uns mit den ungebetenen Gästen auseinanderzusetzen haben. Juckt es Sie schon, oder ist Ihr Portemonnaie seit längerem verdächtig leer? Da haben wirs: Steinbrücks Verschwörung funktioniert.

Willisauer Bote (WB),  24. April 2009
© David Koller, 2009

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