Ein Riesenskandal

Über nichts zu schreiben, ist auch eine Kunst. Oder: Über den Versuch, aus einer Belanglosigkeit – geschehen während einer Belanglosigkeit – einen Skandal zu konstruieren. So entdeckt in der «Neuen Luzerner Zeitung» vom 21. August.

Nachgefragt

bei David Affentranger, Pressechef SF

Gabs im Réduit ein Saufgelage?

In der Alpenfestung sollen Offiziere Saufgelage veranstaltet haben. Das werfen Soldaten in einem Schreiben der Truppenführung vor, berichtet «tagesanzeiger.ch»

David Affentranger, hat das Kader jene Saufgelage veranstaltet?

Nein. Kommandant Helmut Mettler hat mir versichert, dass dem nicht so war.

Die Offiziere sollen aber mehr Bier getrunken haben, als ihnen zugestanden ist. Stimmt das so?

Der Kommandant alleine hat über die Bierverteilung bestimmt. Es war vielleicht so, dass die Kaderleute mehr abkriegten als die Soldaten. Das war aber im Krieg 1942 wohl nicht anderes.

Die Soldaten sagten, dass sie vom Lärm gestört wurden, den die Offiziere machten. Also ist was dran?

Das Kader hat eben länger Ausgang als die Truppe. Dass der eine oder andere Soldat gerne dabei gewesen wäre, ist doch klar.

Die Sendung wurde von verschiedener Seite kritisiert. Da hätte sich ein Skandal schlecht gemach. Wollte man hier nicht elegant etwas unter den Teppich kehren?

Bestimmt nicht. Der Kadi hat mit der Mannschaft das Thema zu der Zeit, als die Vorwürfe kamen, besprochen. Damit war es abgehakt. Wir hätten das Thema, wenn es am folgenden Tag noch eines gewesen wäre, aber sehr gerne aufgenommen.

Gibt es jetzt ein Nachspiel?

Nein, da die Sendung bereits abgeschlossen ist, ist das kein Thema mehr. RGR

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