Nachhilfe in Geografie

Bisweilen hat der kritische Medienbetrachter im Kanton Luzern das Gefühl, für gewisse Journalisten höre das Staatsgebiet jenseits der Stadtgrenzen Luzerns bereits wieder auf. So ist in einem Artikel im Wirtschaftsteil der «Neuen Luzerner Zeitung» vom 9. September folgendes zu lesen.

«In der Seetaler Gemeinde Schötz werden die Mitarbeiter des Pumpenherstellers Hilge weiterhin im Dunkeln gelassen.»

Es ist alles andere als ein erfreuliches Thema. Offen bleibt, ob eine traditionsreiche Firma mit 50 Mitarbeitern geschlossen werden soll. Das Sagen dazu hat eine Konzernzentrale in Dänemark. Auch darüber könnte man sich auslassen, hier soll es aber nicht um ökonomische sondern um geografische Belangen gehen: Schötz liegt alles andere als im Seetal, im Luzerner Hinterland gibt es  bekanntlich keine Seen.

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Schötz liegt nicht in der Nähe von Hochdorf oder Hitzkirch, sondern zwischen Nebikon und Willisau. Gewässer gibt es zwar, aber das sind keine Seen, sondern Flüsse. Und die heissen Wigger, Luthern und Ron.

Das Seetal grenzt an den Kanton Aargau, das Hinterland auch ein bisschen, hauptsächlich aber an den Kanton Bern. Seetaler sagen «nai», Hinterländer «nei». Im Seetal gibt es schöne Hochstammbäume, im Hinterland schöne Kühe. Die Leserschaft merkt es, hier ist eine gehörige Portion Lokalpatriotismus mit im Spiel. Die Hinterländer-Seele ist gekränkt. Denn an sich ist die Distanz zwischen den beiden Regionen nicht sonderlich gross, zu tun haben miteinander wollen deren Bewohner gleichwohl nichts.

Und darüber hat weder eine Konzernzentrale in Dänemark noch eine grosse Zeitung in Luzern etwas zu entscheiden.

5 comments

  1. Super Fräd

    Wie ich schon immer gesagt habe: je mehr Hochschulabsolventen, desto mehr sinkt das Niveau.

    oder noch besser..

    Berater sind wie Eunuchen, sie wissen wie es geht, aber sie können es nicht.

    Gruss Super Fräd

  2. Super Fräd

    Und übrigens, wo verdammi ist die Quellenangabe für die Karte?

  3. Herr Koller

    Die Worte von Leser Fredy Koller sind kernig, aber er hat hat Recht – die Quellenangabe fehlt. Die Redaktion war schlicht zu faul, festzuhalten wo sie die Karte gestohlen hat. So viel sei aber verraten: nicht bei den Luzerner Bauern.

  4. chu

    Igosana wundert sich – ich sage euch, das ist die Rache – wir schlagen zurück!

    Nehmt ihr Hinterwäldlerländler doch unsere geliebte Regionalzeitung und die etwas weniger geliebte Tschiibo-Drocki weg und bringen es fertig, beide innert kürzester Zeit auf ein Niveau runterzuoptimieren welches gar unter den Baudeggerseewasserspiegel gheit. Und dann wundern sie sich… Aber warum nur, seid ihr gekränkt? Andere – und es werden nicht wenige sein – würden freudig-dankbar niederknie’n, wenn sie vom sexiest Wohntal der Schweiz (mit den beiden lieblichen Seen, eingerahmt von den sanften Hügelzügen Erlosen und Lindenberg) wohlwollend aufgenommen würden. Und sich per sofort nicht mehr nur stets auf SteihertiRingli und Napfgeischt reduzieren lassen müssten.

    tststs

  5. Madame

    Lächerlich! Einfach lächerlich!

    Schämt euch ihr Luzernerwasauchimmer. Ihr solltet sein ein Volk von einig Brüdern. Schliesslich befinden sich eure Täler (wenn denn auch ohne Berge drumherum)im gleichen Kanton. Herrgottnochmal: mein Wohnkanton grenzt an Nidwalden und wir dürfen uns nur Halbkanton nennen.
    Was ist nun wohl schlimmer?