Die Isländer machens vor

In seiner neusten «Carte Blanche» liefert David Koller die Lösung, um Bundesrat Ueli Maurers Imageproblem aus der Welt zu schaffen.

Napf-Upgrading

Das US-Nachrichtenmagazin «Time» zählt Bundesrat Ueli Maurer zu den einflusslosesten Menschen der Welt. Dies, da er mit seinem Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) für Dinge zuständig sei, in denen die Schweiz komplett versage. Mitunter verwechseln Amerikaner unser Land mit Schweden. Wohl auch hier. Denn gute Sportler haben wir einige vorzuweisen. Roger Federer etwa, oder Simon Ammann. Anders sieht es aber beim Militär aus. In der Tat ist Bundesrat Maurer noch weit von der angestrebten «besten Armee der Welt» entfernt.

Gleichwohl, solche Sticheleien gehören sich nicht. Wehren wir uns dagegen! Wie das geht, lehrten uns die Isländer. Unlängst schrammte ihr Staat haarscharf an der Zahlungsunfähigkeit vorbei. Unterkriegen liessen sie sich dadurch nicht. Mit einem Vulkan legten sie kurzerhand den Luftverkehr lahm und zeigten, dass sie echte Kerle sind – keine schafzüchtenden Bankrotteure. Deswegen: auch wir brauchen einen Vulkan! Und das, ehe uns die Griechen zuvorkommen. Immerhin gibt es in der angeschlagenen Wiege der europäischen Kultur einige schlummernde Feuerberge.

Nichts eignet sich besser für ein solches Vorhaben, als unser sagenumwobener Napf. Er soll fortan Lava und Asche spucken. Im VBS gibt es gewiss irgendwelche Infrastruktur-Spezialisten, die ihn entsprechend aufwerten können – «upgraden» wie es der Experte nennt. Ferner soll Bundesrat Leuenberger seinem Kollegen Maurer zur Hand gehen, indem er NEAT-Experten abzieht, die von Italien her einen Magma-Stollen graben.

Finanzieren lässt sich das ambitiöse Projekt mit Geldern aus der Neuen Regionalpolitik (NRP). Die Vorteile des Upgradings liegen auf der Hand. Man denke nur an die Touristenströme in Richtung Luthern. Vor allem aber: kommt uns jemand frech, lassen wir den Napf rauchen. Dass wir Luzerner als Standortkanton das Sagen haben, liegt auf der Hand. Beschwert sich beispielsweise Zug weiterhin über unsere Unternehmenssteuern, lenken wir die Aschewolke in Richtung der neidischen Nachbarn.

In dem Sinne: packen Sie es an, Bundesrat Maurer. Dann wird uns bald niemand mehr verwechseln; und schon gar nicht verhöhnen. Im Gegenteil, das «Time»-Magazin wird sie dereinst zusammen mit den Mächtigsten der Welt auflisten, noch vor Barack Obama oder Bill Clinton.

Willisauer Bote (WB),  15. Mai 2010
© David Koller, 2010

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