Heiss und schön

Schön ist es in Sarajevo und heiss. In unklimatisierten Räumen eine südslavische Sprache zu büffeln, ist nicht eben ein Zuckerlecken. Vor allem dann nicht, wenn man mit Italienischen Studentinnen in der gleichen Klasse sitzt, die partout nur englisch reden wollen. Das mag vielleicht der Grund dafür sein, warum sich Herr Koller erst jetzt meldet. Doch an sich ist es nichts anderes als eine faule Ausrede. Ex-Chef und Velofahrer Dominik moniert zu recht (siehe Kommentar zum letzten Eintrag). Denn Cafés, oder eben Kafićs, mit drahtlosen Internetzugang gibt es viele. Selbst in Ilidža. In diesem Vorort Sarajevos hat Herr Koller seine provisorische Bleibe aufgeschlagen.

Die Zahl der Touristen im Zentrum vor allem in der Baščaršija, der türkischen Altstadthat gegenüber dem letzten Besuch weiter zugenommen. Entsprechend hat die Qualität der dortigen Restaurants nachgelassen und die Preise sind gestiegen. Letztere sind aber trotz allem immer noch unglaublich tief, was den hart budgetierenden Studenten mehr als nur freut.

In Ilidža aber sind bosnisch radebrechende Touristen oder Studenten immer noch eine Seltenheit. Vor allem, wenn sie mit einem mickrig kleinen Computer auf dem Schoss in einem Kafić sitzen und wie wild in die Tasten hauen, während um sie herum die Bässe stampfen und aufgebrezelte Balkan-Schönheiten die Strasse zum Catwalk machen.

Besonders an sich indes hat es die Fahrt nach Ilidža. Die dorthin verkehrenden Trams sind selbstverständlich unklimatisiert und meistens mehr als nur vollgestopft (bei Aussentemperaturen von bis zu 38 Grad wie viele Grad es im Inneren der zuckelnden Sardinenbüchsen hat, wollen wir gar nicht wissen). Entsprechend fliesst der Schweiss in Strömen.

Aber daran gewöhnt man sich. Und schliesslich wollen wir den Balkan so authentisch erleben wie möglich.

Fortsetzung folgt sofern es nicht noch heisser wird und die Italienerinnen nicht noch mehr nerven.

3 comments

  1. Frau Langstrumpf

    Hurra, sag ich! Dreimal Hurra!
    Abgesehen von mir (bekennende Anarchistin, Pazifistin und Antichristin) gibt es noch andere Menschen, welche die jungfräulichen Seiten des Herrn Koller (Monarchist? wirklich?) zutexten! Das ist super!

    Wie der Herr Ex-scheffe beim letzten Kommentar so schön gesagt hat: Geniessen Sie das Leben! Denn schreiben ist super – leben ist besser!

    P.S: und nicht zu viel über Italienerinnen zetern. Schliesslich haben die das Privileg schön UND heiss zu sein – genau wie Sarajevo.

  2. Dominik

    Wer Velo fährt statt im Tram schwitzt, darf sich immer eines lauen Lüftchens erfreuen. Vorausgesetzt, er tritt die Pedale in hinreichender Frequenz.

  3. Ivana

    Jetzt, nachdem ich mir einige Artikel auf Deiner Webseite zu Gemüte geführt habe, muss ich schon sagen: Meine Mutter hätte e Schiissfreud an Dir … Schade, ist sie nicht mehr in unserer Welt.
    Verspätet Danke für Deine Mail. Ich melde mich, sobald Du wieder zurück bist. Vidimo se uskoro!

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