Der WB in den Schweizer Medien

So einfach sind die Medien gestrickt. Die Schweizer Depechenagentur (SDA) machte eine kurze Meldung über die Sommerserie «Der WB geht fremd» des «Willisauer Boten» (WB), und schon war ein kleiner Hype entstanden: erstaunlich viele Redaktion griffen die Meldung auf. Das Sommerloch lässt grüssen.

Die Redaktion des WBs – und damit auch David Koller – freut das natürlich enorm. Daher wollen auch wir von igosana.ch noch einmal auf die Sommerserie eingehen: In sechs Teilen parodierte der WB Schweizer Titel. Die Front und die ersten drei Seiten der entsprechenden Ausgabe erschienen im Layout des nachgeahmten Periodikums (durch Klicken auf die Vorschau erscheint grösseres Bild):

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Die «Schweizer Simulierte» imitierte die «Schweizer Illustrierte»,

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aus «20 Minuten» wurde «50 Minuten», schliesslich gibt der WB einiges mehr her,

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der «Bleck» war ein Abbild des «Blick»,

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«Annabelle» mutierte im Luzerner Hinterland zu «Annabella».

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Die rechtskonservative «Napfwoche» nahm die «Weltwoche» auf die Schippe. Für diese Ausgabe war David Koller zusammen mit Chefredaktor Stefan Calivers zuständig. Einen Artikel aus Kollers Feder gibt es im Eintrag vom 8. August.

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Zur Dernière der Serie wurde aus der «Tierwelt» der «Tiernapf».

Nicht nur das Layout wurde angepasst, sondern auch der Inhalt. So beschränkte sich etwa «50 Minuten» auf kurze und seichte Geschichten, während die «Napfwoche» mit ihrem harten Thesenjournalismus gegen alle und alles jenseits der SVP wetterte.

Das Medienecho über die gute Idee aus der vermeintlichen Provinz war gross. «Willisauer Zeitungsmacher gingen fremd», titelte etwa die «Südostschweiz», «Lustige Luzerner» der lustige «Blick am Abend». Der Bericht des Mediendienstes «Kleinreport» gibt dar, was die meisten Zeitungen über den WB schrieben:

Sommeraktion vom «Willisauer Boten» erregt Aufmerksamkeit

Die diesjährige Sommeraktion des «Willisauer Boten» erregte eine besondere Aufmerksamkeit, weil sechs Ausgaben im ungewohnten Layout daherkamen. Die Redaktion liess sich auf die parodistische Produktion von bekannten Zeitungen und Publikationen ein. «Wie jedes Jahr haben wir zum Thema Sommeraktion ein Brainstorming gemacht und sind auf die Idee gekommen, bekannte Publikationen zu parodieren», erklärte der Chefredaktor des «Willisauer Boten», Stefan Calivers, am Dienstag gegenüber dem Klein Report. Zuerst habe man den Layouter konsultiert und angefragt, ob eine solche Gestaltung möglich sei.

(…)

Die (sic!) Echo auf diese Sommeraktion sei umwerfend ausgefallen, sagt Stefan Calivers. Intern habe man geprüft, ob juristisch gegen die Parodie vorgegangen werden könnte; es habe auch niemand interveniert. Am Kiosk sei es offenbar zu Verwechslungen gekommen, als einige Passanten das «50 Minuten»-Blatt mitlaufen liessen. (Mittwoch, 11. August 2010)

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