Guttenberg, Gaddafi und Berlusconi

Zugegeben, dieser Titel ist eine Beleidigung für den ehemaligen Deutschen Verteidigungsminister. Ihn im selben Atemzug wie die beiden verrückten Machthaber Berlusconi und Gaddafi zu nennen, ist ein Affront gegenüber dem CSU-Politiker. Dieser hat mit seinen konservativen Meinungen, seinem gelegentlich überheblichem Auftreten und seinen Selbstinszenierungen stets polarisiert. Doch er hat auch einiges zu Stande gebracht. Gleichwohl, die Überschrift dieses Eintrages knallt doch gehörig und animiert zum Lesen – finden wir wenigstens.

Und: Guttenberg musste abtreten, die anderen beiden werden es früher oder später auch tun. Darob wird die Freude noch um einiges grösser sein, als über den Rücktritt des vermeintlichen Doktors von und zu.

Was unseren unersättlichen Freund aus Italien betrifft, haben wir dieser Tage folgende Karikatur gefunden:

Sich über den wahnsinnigen libyschen Diktator lustig zu machen, ist ob der unsäglichen Tragödie unangebracht, die sich derzeit jenseits des Mittelmeers abspielt. Deswegen wollen wir einzig auf ein interessantes Faktum hinweisen, auf das wir heute erneut in einem «Aufgefallen» in der NZZ gestossen sind: Oberst Gaddafis zweite Frau kommt aus Ex-Jugoslawien. Die gebürtige Kroatin Sofija Farkas stammt aus Mostar im heutigen Bosnien und Herzegowina – der Stadt mit der berühmten osmanischen Brücke über die Neretva, die im Sezessionskrieg durch kroatische Granaten zerstört wurde.

Zu Jugoslawien und seinen Nachfolgestaaten pflegt Muammar Gaddafi seit langem politische und wirtschaftliche Beziehungen. Zu Zeiten Titos gehörte sein Wüstenreich den  «Blockfreien Staaten» an, jener Vereinigung, die sich weder dem  kapitalistischen Westen noch dem kommunistischen Osten zuordnen wollte. Marschall Tito war einer der Initianten der Bewegung. Offiziell gegründet wurde sie 1961 in Belgrad.

Viel Wasser – und leider auch Blut – ist seither die Neretva hinunter geflossen. Gaddafi hat in dieser Zeit viel Unrecht getan; Berlusconi ebenso, derweil vergnügte er sich wohl auch mit unzähligen Gespielinnen. Und Karl-Theodor zu Guttenberg? Der wurde erst zehn Jahre nach der Gründung geboren und spielt doch schon in der selben Liga.

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