Ceca, die serbische Gaga

Den zwei wohl berühmtesten Brüsten des Balkans und ihrer Besitzerin geht es an den Kragen: die serbische Sängerin Svetlana Ražnatović (Jg. 1973), besser bekannt unter dem Namen Ceca, ist wegen Korruption und Waffenbesitz angeklagt worden.

Ceca, bei der – pardon! – unweigerlich ihre mittlerweile kopfgrossen Silikonberge ins Auge stechen, hat sich auf dem Balkan einen Namen als Turbofolk-Sängerin gemacht. Turbofolk ist eine Mischung von traditioneller Volksmusik und Schlager mit Rock, Pop und Techno. Für westliche Ohren ist Turbofolk oftmals Geschmackssache, auf dem Balkan aber sehr populär.

Auch Ceca ist sehr populär – und Geschmackssache. Ihre chirurgischen Körperoptimierungen sind jenseits von Gut und Böse, immer mehr verkommt sie dadurch zu einer Karikatur ihrer selbst. Auch nicht eben sympathischer macht sie der Umstand, dass sie mit dem Kriegsverbrecher Željko Ražnatović verheiratet war. Dieser, genannt Arkan, wütete als Anführer von paramilitärischen Gruppen während der Sezessionskriege in Ex-Jugoslawien besonders brutal. Im Jahr 2000 wurde er in Belgrad zusammen mit zwei Leibwächtern erschossen. Das Tatmotiv ist bis heute nicht geklärt, man vermutet aber Kämpfe im mafiösen Milieu, in dem sich Arkan zweifellos bewegte.

Auch seine Witwe Ceca hat Unrecht begangen. Einerseits mit ihrer Musik, andererseits mit der Verschandelung ihres Körpers. Vor allem aber ist sie in sehr zwielichtigen Kreisen unterwegs: als 2003 der demokratisch gewählte und prowestliche serbische Regierungschef Zoran Đinđić ermordet wurde, sass auch Ceca mehrere Monate in Untersuchungshaft. Jetzt steht sie wieder in Konflikt mit der Justiz. Als einstige Präsidentin des Belgrader Erstligisten FK Obilić muss sie sich – obwohl sie wahrscheinlich nach wie vor politischen Schutz geniesst – wegen des unrechtmässigen Verkaufs von zehn Fussballern vor Gericht verantworten. Dabei soll sie rund 6,5 Millionen Franken eingesteckt haben. Ferner wird ihr der illegale Besitz von elf Pistolen vorgeworfen.

All das lässt uns zum Schluss kommen, das Svetlana Ražnatović nichts anderes sein kann, als die Lady Gaga des Balkans.

Und so wünschen wir Ceca – oder Gaga, je nachdem – und ihren beiden dicken Begleiterinnen eine angenehme Zeit hinter schwedischen Gardinen. Auf dass die Gerechtigkeit dieses Mal obsiegen möge!

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