Blocher und der Rest

Nebenstehende vermeintliche Enthüllung von wikileaks.org machte heute rasend schnell die Runde. Wiewohl sie die meisten schon kennen dürften, veröffentlichen auch wir sie noch. Nur schon des herrlich antiquierten Schriftbilds der Schreibmaschine wegen, die doch so gut zur Gesinnung des angeblichen Verfassers passt: Nationalrat Christoph Blocher.

Das Tempo, mit dem dieser Witz verbreitet wurde, lässt hoffen. Hoffen, dass es doch noch Menschen gibt, die mit dem archaischen aber leider einmal mehr erfolgreichen Holzhammerstil der SVP, ihrem Übervater Blocher und seiner «Weltwoche» nicht einverstanden sind.

Aber auch seriöse und unaufgeregte Medien wie die NZZ verschaffen einen gewissen Trost. Zumindest, wenn man die Leserbriefe betrachtet. Nachfolgend die gekürzte Abschrift einer geistreichen Einsendung zum «Fall Hildebrand», die gestern (9. Januar) im Blatt von der Zürcher Falkenstrasse zu lesen war.

Der Splitter und der Balken

(…) Auffallend sind vor allem die undurchsichtigen Motive jener, die ihr eigenes Süppchen kochen, derweil sie das Ansehen des Präsidenten der Nationalbank grösstmöglich schädigen. Wie schnell man doch vergisst, dass der Hauptakteur, der Vizepräsident der SVP, vor Jahren zusammen mit Martin Ebner im Kanton Wallis dafür gesorgt hat, dass das gut rentierende Unternehmen Alusuisse nach Kanda verschachert worden ist und dabei riesige Gewinne erzielt und gleichzeitig Dutzende von Arbeitsplätzen vernichtet worden sind. Ebenso schnell geht vergessen, wie Christoph Blocher zum Besitzer der Ems-Chemie geworden ist. Er hat seither kein Mittel gescheut, um neoliberalem Treiben zum Durchbruch zu verhelfen.

Sieht man die pharisäerhaften Fernsehauftritte dieses scheinbar so erfolgreichen Managers und Aufdeckers von Spekulationsakteuren, kann man die entstandene Situation nur noch mit einem biblischen Bild zusammenfassen: «Was blickst du auf den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem eigenen Auge bemerkst du nicht?»

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