Uni-Stilblüten III

Das Semester ist noch jung, und doch sind in den heilligen Hallen der Universitäten schon wieder einige knackige Sprüche gefallen:

  • Dozentin: «Ich weiss nicht, ob ich das ganze Semester durchstehe. Ich bin eine wandelnde Zeitbombe.» (Sie ist hochschwanger und erwartet Zwillinge)
  • Professor: «Michel Foucault kann selbst ich nicht in vier Sätzen zusammenfassen.» (Wir lernen daraus: Historiker sind bescheidene Menschen)
  • Dozent: «Das Wort Tandem ist leider durch Putin und Medvedev politisch verseucht.» Ein paar Sätze später schiebt er nach: «Entschuldigen Sie, dass ich als wilder Russe mitunter politisch unkorrekte Fragen stelle.»
  • Studentin I (sucht für Teilnehmer eines Slavistenkongresses Übernachtungsmöglichkeiten): «Ihr könnt auch Präferenzen angeben, aus welchem Sprachgebiet die Person kommen sollte.»
    Studentin II: «Ich hätte gerne einen Russen.»
    Dozentin: «Oh ja. Schön, gross und mit vielen Muskeln.»
  • Dozentin: «Es ist ein uni-physikalisches Gesetz, das gegen Ende des Semesters weniger Studenten in den Vorlesungssälen sitzen.»
  • Student (der Politikwissenschaften, notabene): «Bundesrat Burkhalter ist ein Technokrat, Blocher war eine Rampensau.»
  • Dozentin: «Als ich in Russland meine Dissertation schrieb, wohnte ich bei einer Familie, bei der immer der Fernseher lief. Zu jener Zeit war der Papst gestorben und Berlusconi hate – mal wieder! – irgend einen Scheiss gebaut. Im Russischen Fernsehen war davon kein Wort zu hören. Die berichteten nur über irgend einen ihrer neuen Satelliten.»
  • Dozent: «Waren Sie schon mal in Russland?»
    Studentin (tiefe Semesterzahl; stolz): «Ja, in St. Petersburg.»
    Dozent: «Aber das ist doch nicht in Russland!»

Wir lernen, dass auch im akademischen Leben nicht immer alles bierernst genommen wird. Besonders plastisch manifestiert sich dies an folgendem Beispiel: in einer Veranstaltung des slavischen Seminars war eine angehende Meteorologin zugegen. Sie hatte sich für den Kurs eingeschrieben, weil sie ausserfakultäre Erfahrungen sammeln wollte und weil sie sich für die Tschuktschen (indigenes Volk im Fernen Osten Russlands) interessierte. Als es darum ging, ein Referatsthema zu finden, fühlte sich die junge Dame ziemlich unwohl, unter den vielen Slavisten mit ihrem geballten Fachwissen. Dazu der Dozent:

  • «Machen Sie sich keine Sorgen. Wir finden schon ein Thema, dass zu Ihnen passt. Vorerst möchte ich aber einen Witz erzählen, der zu Ihnen passt: Ein Tschuktsche weiss nicht, ob das Wetter gut genug für die Jagd ist. Seine Frau macht ihm folgenden Vorschlag: ‹Mach du dich auf den Weg und ich gehe zum Meteorologen, der seine Station gleich nebenan hat. Von dort werde ich dich anrufen und sagen, ob das Wetter gut wird.› Der Tschuktsche ist einverstanden, schnallt sich seine Skier an und macht sich auf den Weg. Die Frau wiederum begibt sich zum Meteorologen. ‹Ivan Ivanovitsch. Wie wird das Wetter?›, fragt sie diesen. Er blickt fachkundig durch das Fenster und sagt schliesslich zufrieden: ‹Es wird sehr gut werden. Ich habe soeben ein deutliches Zeichen gesehen: Ein Tschuktsche hat sich auf den Weg zur Jagd gemacht.›

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