Zynisches Geplapper

Am Dienstag hat im Prozess um Radovan Karadžić, den Führer der bosnischen Serben im Sezessionskrieg von 1992 bis 1995, die Phase der Verteidigung begonnen. Der ehemalige Psychiater verzichtet dabei auf einen Anwalt und hält die Plädoyers für sich selber. Was er dabei von sich gibt, lässt erschaudern. Unter anderem schwadronierte er am ersten Tag:

  • Er sei nicht schuldig. Vielmehr habe er versucht, den Krieg zu verhindern und etliches menschliches Leid gelindert.
  • Er sei eine milde und tolerante Persönlichkeit, die viel Einfühlung für andere Menschen besitze.
  • Den Beschuss eines Marktes in Sarajevo – 22 für Brot anstehende Menschen starben – hätten Feinde der Serben orchestriert.

300 Stunden hat das Gericht Karadžić für seine Verteidigung zugestanden. Bleibt zu hoffen, dass die Angehörigen des Tribunals in Den Haag eine solche Tortur mit dermassen viel dermassen zynischem Geplapper unbeschadet überstehen. Denn die Zahl von Karadžićs Opfern soll nicht noch grösser werden.

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