Arme Tierchen

Als auf das Politgeschehen fokussierter Lokaljournalist ist man gezwungenermassen oft an Delegiertenversammlungen. Dort hört man gezwungenermassen oft Dinge über Vorlagen, die einen nicht die Bohne interessieren.

So stand am Dienstagabend (30. Oktober) bei der SVP des Kantons Luzern das Tierseuchengesetz zur Diskussion. Wie auch die Mutterpartei fasste sie die Nein-Parole. Die Argumente dagegen sind beliebig und werden bei jeder eidgenössischen Abstimmung gebetsmühlenartig wiederholt: «Entmündigend, teuer und intransparent», sagte Nationalrätin Yvette Estermann (die anders als ihr Gegenredner in der Einladung nicht als Dr. angekündigt wurde).

Was uns gleichwohl regelrecht begeistert hat, ist das Bild, das die Broschüre der Gegner ziert:

Man schaue sich alle diese armen Tierchen an, die vor der vermeintlichen Zwangsimpfung durch riesige Spritzen davon rennen. Die panischen Kühe und das rasende Büsi, selbst das dumme Huhn scheint die Gefahr erkannt zu haben; nur der überaus traurige Beagle ganz vorne hat bereits resigniert. Im Hintergrund wie ein weltbedrohendes UFO das WHO-Signet – weit mächtiger als das Matterhorn. Grosses Kino! So muss manipulative politische Kommunikation sein.

Uns indessen hats trotzdem nicht umgestsimmt. Die Vorlage geht uns weiterhin am Allerwertesten vorbei und ein Ja ist ihr auf sicher.

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