Rage against the elephant

An sich hätten wir an dieser Stelle längst «Elefanten im All» vorstellen wollen. Denn seit Wochen kämpft sich David Koller durch das Buch von Ben Moore.

Grundsätzlich ist kämpfen nicht das ideale Verbum, denn das Werk ist unterhaltsam und süffig geschrieben. Dem an der Uni Zürich lehrenden britischen Astrophysiker gelingt es, die hochkomplexen Vorgänge, die sich in den 13,7 Milliarden Jahren seit Entstehung des sichtbaren Universums abgespielt haben, auch für Laien verständlich darzustellen. Zumindest für Laien, die naturwissenschaftlich nicht dermassen unreif sind wie David Koller. So kämpft er weiter und wird hier nach erfolgreichem Abschluss der Lektüre auf eine Rezension verzichten. Nur so viel: der Kauf der Buches lohnt sich.

Ebenfalls gelohnt hat sich eine Anschaffung, die schon Jahre zurück liegt. Das Album «Evil Empire» der kalifornischen Crossover-Band «Rage against the Machine» aus dem Jahr 1996. Und mit Verlaub, in Sachen Crossover ist Koller deutlich weniger unreif. Denn dieser Stil lieferte der Soundtrack seiner wilden Jahre. Heute ist er nicht mehr wild und musikalisch toleranter geworden. Crossover indessen liebt er noch immer.

Und so freut sich Koller dieser Tage über die Wiederentdeckung einer bald 17-jährigen Perle seiner CD-Sammlung. Einer Perle freilich, deren Qualität er seinerzeit sträflich verkannte. Denn das Erstlingwerk der Kalifornier aus dem Jahr 1992 gefiel ihm deutlich besser. Welch kolossaler Irrtum! Heute reissen ihn die 1996 eingespielten funky Bassläufe Tim Bobs, kombiniert mit Tom Morellos unvergleichbarer Staccato-Gitarre, ungemein mehr mit. «Evil Empire» ist wohl eine der besten Scheiben in der ob der Digitalisierung langsam verstaubenden Plattensammlung Kollers.

«Elefanten im All» wird hoffentlich bald gelesen im Regal stehen und dort ebenfalls Staub ansetzen. Allenfalls wird das Buch in ein paar Jahren wieder auftauchen und dann gleich «Evil Empire» wirklich Freude bereiten. Denn vielleicht ist Herr Koller dereinst noch etwas reifer – und in Sachen Astrophysik weniger begriffsstutzig.

Es bleibt abzuwarten. Sicher ist einzig dies: gut gemachter Crossover wird ihn auch dann noch glücklich machen.

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