Theater für grosse Jungs

Noch bis am 5. Oktober ist in Olten das Stück «Fabrikk» von «Karl’s Kühne Gassenschau» zu sehen. In der zweitletzten Augustnacht hat sich David Koller das Spektakel angeschaut. Sein Fazit ist zwiespältig.

Als versnobter Geisteswissenschafter, der sich im Studium unter anderen mit den Dramen Čechovs auseinandergesetzt hat, rümpft er die Nase. Zwar nimmt sich das Stück der Globalisierung und des Shareholder-Values sowie deren negativen Auswirkungen auf Arbeiter an. Das ist begrüssenswert. Doch die Dialoge sind teils billig, die Witze dümpeln mitunter auf dem Kalauerniveau eines Dorftheaters. Auch die vielen Gesangseinlagen überzeugen nicht immer vollends. Hochstehend ist anders.

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Allerdings schlägt in Kollers Brust noch ein zweites Herz: Das des technikbegeisterten grossen Buben. Es kam vollends auf seine Rechnung. Etwa, als zu Beginn die komplette Begleitband auf einem Podium durch die Lüfte schwebte. Vor allem aber am Schluss, als ein grosser Teil der Bühne spektakulär aus dem Sichtfeld des Publikums verschwand. Grossartig!

So bleibt als Quintessenz: Des Theaters wegen lohnt sich die Fahrt nach Olten nicht; des gewaltigen technischen Aufwands wegen aber allemal.

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