Simple Weltanschauungen

Immer wieder erstaunt es, wie simpel die Weltanschauungen gewisser Konsumenten von Boulevard-Medien doch sein müssen. Plastisch manifestiert sich das an Online-Kommentaren, etwa auf der Webseite des «Blick». Gerade, wenn es um andere Nationalitäten oder Glaubensgruppen geht, sind die veröffentlichten Lesermeinungen oft stark pauschalisierend und sie driften bedenklich in Richtung Rassismus.

Nach Beispielen suchen braucht man nicht lange. Eines ist dieses hier: Im August prallt in Nidwalden ein Auto in einem Zug. Drei Touristen sterben, sie sassen im verunfallten Kleinbus. Nun kritisieren deren Angehörige die Sicherheitsmassnahmen der Bahn und fordern eine Entschädigung in Millionenhöhe. Die Verunfallten waren Touristen und stammten aus Israel. Für gewisse «Blick»-Leser lässt das solche Schlüsse zu:

Bahn2

Bahn1

Ein anderer tragischer Fall führt zu ähnlich dramatischen Pauschalisierungen. Im Aargau wird Anfang Oktober eine Frau von einem Asylbewerber aus Eritrea verfolgt und angegriffen. Ein absolut nicht tolerierbares Vorgehen. Die Aussagen, die anschliessend in den Kommentaren des «Blick» folgten, sind aber genauso wenig zu billigen. Stellvertretend für die vielen verbalen Verunglimpfungen sei dieser Beitrag erwähnt:

Eritrea1Die Meinungen der Leser sind das eine. Die publizistische Sorgfalt ist das andere. Dass die Redaktion des «Blick» solch bedenkliche Beiträge feigibt, das ist der wirkliche Skandal.

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