Türen raus!

Im Beitrag vom 10. Oktober haben wir uns über die simplen, teils hochgradig xenophobischen Weltanschauungen gewisser Kommentar-Schreiber auf der Webseite des «Blick» enerviert.

Doch warum immer schimpfen? Nun wollen wir uns bedanken. Denn ein Kommentar hat uns das Leben versüsst.

Folgendes: Der Privatjet, in dem «U2»-Sänger Bono unterwegs war, verlor während des Flugs die Tür des Frachtraums. Diese stürzte samt des Gepäcks – allenfalls eine Ladung geschenkter iPhones? – in die Tiefe.

«Blick» berichtete am 13. November darüber und wusste gar die Immatrikulation der Maschine: D-CGEO*. Freude bereitete uns der einzige Kommentar, den ein Leser zu diesem semi-dramatischen Vorfall verfasst hat.

Blick-Tuer

Fraglich ist, ob diese Zeilen ernst gemeint sind, oder ob deren Verfasser allenfalls Anhänger einer neo-dadaistischen Strömung ist. Interessant erscheint uns überdies, dass eine deutliche Mehrheit der Leser den Kommentar mit erhobenen Daumen bewertet hat. Offenbar gibt es in der Schweiz fast so viele Gegner von Türen, wie Gegner von Asylbewerbern.

«Türen raus!», ist man darob versucht zu skandieren.

Uns indes stellt sich eine schwerwiegende Frage: Türen verbieten – gut und recht. Doch, liebe «Blick»-Leser, wie kommt man dann in etwas rein?

* Die Immatrikulation eines Flugzeugs ist vergleichbar mit einer Autonummer. D-CGEO sagt aus, dass es sich um eine in Deutschland eingetragene Maschine handelt. Dass in der Bildlegende des online-Artikels fälschlicherweise die Immatrikulation als Teil der Typenbezeichnung (Learjet 60) angegeben wird, ist ein Detail, das einzig Aviatik-Geeks wie Herrn Koller stört und über das wir generös hinwegblicken wollen.

5 comments

Kommentar verfassen

Du kannst die folgenden HTML-Codes verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>