Wenigstens der Humor ist geblieben

Am 11. Juli jährte sich der Fall der ostbosnischen Stadt Srebrenica zum 20. Mal. Was seinerzeit folgte, war das schlimmste Kriegsverbrechen in Europa seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Schon mehrere Male hat igosana.ch darüber berichtet, etwa hier. Verwiesen sei auch auf das Interview mit dem ehemaligen Chefankläger am internationalen Jugoslawien-Tribunal, Stefan Wäspi.

Die «Neue Zürcher Zeitung» hat in der Berichterstattung über den traurigen Jahrestag von zwei Männern geschrieben, die mit Blick auf ihre Ethnie im Bosnienkrieg in der «falschen» Armee gedient haben. Ein interessanter Ansatz – multimedial aufgezogen und versehen mit bedrückenden Bildern.

Als in Srebrenica das Unfassbare geschah, war das Kriegsende nicht mehr fern. Der Vertrag von Dayton, der einen endgültigen Schlussstrich zog, wurde im Dezember 1995 unterzeichnet. Er besiegelte den Frieden, hinterliess aber mit seiner Komplexität ein dysfunktionales und zutiefst gespaltenes Land. Das ist bis heute so geblieben. Auch darauf weist der lesenswerte Artikel in der NZZ hin. Ferner darauf, dass wenigstens der berühmte bosnische Humor als verbindendes Element geblieben ist. Legendär sind Witze über die beiden Bosnjaken (Muslime) Mujo und Haso. Etwa dieser hier:

In Bosnien herrscht Krieg. Mujo und Haso liegen im Hinterhalt und warten darauf, dass ihnen die serbische Patrouille vor die Flinte läuft. Eine Stunde vergeht, zwei Stunden vergehen. Nichts rührt sich. Sagt Haso zu Mujo: «Mein Gott, dass denen nur nichts zugestossen ist!»

Auch wir haben schon über die beiden geschrieben. Eine Anekdote über Mujo und einen schachspielenden Bären gibt es hier.

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