Pervertierung der politischen Kultur

Viel ist in der Ratlosigkeit der vergangenen Tage über den designierten Präsidenten der USA geschrieben worden. Auf «Spiegel Online» sind wir auf diese bemerkenswerte Aussage gestossen.

All jene, die sich darüber wundern, wie es Donald Trump so weit bringen konnte, sollten bedenken: Er war kein Aussenseiter, sondern ein Medien-Insider. Er ist die Pervertierung der Popkultur.

Bleibt die Frage, wieso es all die anderen rechten Populisten wie Blocher, Wilders, Le Pen, Hofer, Köppel, Petry und viele mehr so weit gekommen sind; allesamt getrieben von einer Verachtung der vermeintlichen politischen Elite – zu der sie notabene genauso gehören; allesamt für sich in Anspruch nehmend, das Volk zu vertreten – dabei negieren sie die Existenz aller Stimmberechtigten mit anderer Meinung. Diese selbsternannten Volksvertreter verschliessen sich gegenüber dem Pluralismus und blenden gut und gerne die Hälfte der einheimischen Bevölkerung aus. Respektlos poltern sie gegen Andersdenkende, ohne Skrupel schüren sie Angst und Hass gegenüber Fremdem.

All jenen, die ohnmächtig auf diese Pervertierung der politischen Kultur blicken, sei die Lektüre des aktuellen «NZZ Folio» empfohlen. Sie liefert zwar keine Antworten, aber immerhin Erklärungsansätze. Indem wir die Denkmuster der Populisten zumindest zu verstehen versuchen, vermeiden wir ihren eklatantesten Fehler. Wir verneinen die Existenz von Andersdenkenden nicht, sondern versuchen ihre Ansichten zu ergründen. Denn wir wissen: In jedem Staat existiert mehr als nur eine Meinung. Diese Erkenntnis tönt banal, scheint dennoch bei vielen «Volksvertretern» nicht angekommen zu sein.

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