Humor für Leute ohne Humor

In der öffentlichen Verwaltung werden fünf auf die Implementierung von Informatiklösungen spezialisierte Kannibalen eingestellt. Am ersten Arbeitstag eröffnet ihnen der Projektleiter: «Wir sind froh um eure Hilfe. Ihr verdient hier gutes Geld. Essen könnt Ihr in der Kantine. Lasst um Gottes Willen die anderen Mitarbeiter in Ruhe.» Die Kannibalen geloben, ihre Kolleginnen und Kollegen nicht anzufassen.

Nach vier Wochen kommt der Projektleiter wieder: «Ihr arbeitet hervorragend. Wir kommen gut voran», sagt er. «Nur vermissen wir seit Kurzem eine Putzfrau. Wisst ihr mehr?» Die Kannibalen verneinen allesamt und schwören hoch und heilig, mit dem mysteriösen Verschwinden nichts zu tun zu haben. Als der Projektleiter wieder weg ist, fragt der Gruppenleiter: «Wer von euch Schwachköpfen hat die Putzfrau gefressen?»

Betretenes Schweigen. Nach einer Weile und mehrmaligem, immer lauterem Nachfragen meldet sich einer kleinlaut: «Ich wars, hatte mich für einen Moment nicht im Griff.»

Der Chef haut ihm mit der flachen Hand auf den Hinterkopf. «Dümmer als ein Pflanzenfresser! Wir ernähren uns seit vier Wochen von Kommunikationsleuten und wissenschaftlichen Mitarbeitern. Niemand vermisst sie. Und du Depp musst dich über die Putzfrau hermachen!»

Der Verfasser dieser Zeilen arbeitet unter anderem als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Kommunikationsfachmann in der öffentlichen Verwaltung. Neue Informatiker wurden seines Wissens in letzter Zeit keine eingestellt. 

4 comments

  1. Froilein Unlustig

    De facto muss der Verfasser dieser Zeilen ungeniessbar sein. Ansonsten hätte er sie gar nicht verfassen können (während der Arbeit? I-M-P-E-R-T-I-N-E-N-T!) Ist das nicht entwürdigend nicht mal von Kannibalen als Gaumenschmaus betrachtet zu werden? Liegt das am Status „wirtschaftlicher – ähm, wissenschaftlicher Mitarbeiter“?

    Etwas irritiert, das Froilein

    • Herr Koller
      Herr Koller

      Wahrscheinlich liegt es eher daran, dass der Verfasser dieser Zeilen mittlerweile zu alt und deswegen nicht mehr geniessbar ist. Menschenfresser sind eben nicht Allesfresser. Die sind längst auf den Geschmack gekommen.

  2. Froilein Unlustig

    Ich fasse zusammen: Ungeniessbarer, in die Jahre gekommener, Mitarbeiter der wissenschaftlichen-politischen Hochzunft sucht Kannibale(n) mit Mitleid, die ihm ins Bein beissen (weil der eigene – ebenfalls hochbetagte – Hund nicht mehr dazu in der Lage ist. Nicht mal der????)

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