Perlen des Online-Journalismus

Eine Online-Redaktion ist nicht eben das, was wir uns als Arbeitsort von Edelfedern vorstellen. Die Schweizer Boulevard-Schleuder Blick hat das am 7. September auf ihrer Webseite mal wieder eindrücklich bestätigt.

Stein des Anstosses: In Baden verursacht ein 82-jähriger Rentner mit seinem VW einen spektakulären Unfall. Abgesehen von hohem Sachschaden verlief der Vorfall relativ glimpflich. In Anbetracht ähnlicher Ereignisse ist davon auszugehen, dass der Mann Gas- und Bremspedal verwechselt hat.  

Ein solcher Vorfall ist durchaus eine Meldung wert, zumal in einem Boulevard-Medium. Bedenklich aber ist die Schludrigkeit, mit welcher der Artikel verfasst und aufgeschaltet wurde. Kein Thema: Wo gearbeitet wird, passieren Fehler. Dass diese aber während Stunden – wenn nicht gar für immer – so im Netz bleiben, ist haarsträubend. Offenbar ist nicht einmal ein Mindestmass an Berufsstolz vorhanden.

Worüber wir uns so ereifern? Über diese Textstelle:

So viel Sprach-(In)Kompetenz auf so wenig Raum. Das muss man zuerst fertig bringen.

Im Sinne einer Klammerbemerkung stellen wir zudem fest, dass VW offenbar nicht nur schmutzige Motoren baut (war sicher ein Diesel), sondern auch sehr alte.

Hat «Blick» den Fehler mittlerweile korrigiert? Interessierte Leser mögen es selber überprüfen.

2 comments

  1. Dominik

    Online ist im Lead zur Stunde noch zu lesen (im Lead): «…dass der Motor vom Auto herausfliegt.» Was ich feststelle: dass in diesem Fall der Genitiv vom Schreibtäter nicht aus der linken Hirnhälfte herausgeflogen sein kann, weil er da ziemlich sicher gar nie drin war.

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