Für alle (angehenden) Medienschaffenden publiziert igosana.ch das Beispiel eines gelungenen Interviews, so veröffentlicht im Kultur- und Freizeitmagazin b7 der Basler Zeitung (13. November). Gesprächspartner des Journalisten Stefan Strittmatter war Ian Gillan, Frontmann der britischen Hardrock-Band Deep Purple. Nachfolgend der ungekürzte Wortlaut:
BaZ: Herr Gillan, Deep Purple sind auf «40th Anniversary»-Tour. Gibt es Konzerte, in denen Sie sich mehr als Dienstleister denn als Künstler fühlen?
Gillan: Wenn ich Sie nicht besser kennen würde – und ich kenne Sie überhaupt nicht – würde ich sagen, dass das eine beleidigende Frage ist.
BaZ: Sie spielen «Smoke On The Water» immer noch jede Nacht mit derselben Hingabe wie vor 35 Jahren?
Gillan: Sie haben offenbar absolut keine Ahnung von Deep Purple! Wenn Sie uns gestern in Berlin gesehen hätten, würden Sie eine solche Frage nicht im Traum stellen.
BaZ: Ich habe eine ähnliche Frage auch Status Quo gestellt, die gewisse Songs für die Fans im Programm lassen, obschon sie sie selber kaum noch hören mögen.
Gillan: Sie vergleichen ernsthaft Deep Purple mit Status Quo?
BaZ: Es ist nahe liegend, Sie waren in den letzten Jahren immerhin mehrfach zusammen auf Tour.
Gillan: Jesus Christ! Welche Drogen nehmen Sie? Und dafür bin ich extra aufgestanden? Reden Sie mit jemand anderem! (legt auf)
→ Wir lernen: Eine gelungene Einstiegsfrage (im Fachjargon Icebreaker genannt) hält die Telefonspesen tief.