Bubentraum erfüllt

Bekanntlich hat David Koller seit jeher einen Motorenfimmel und schwärmt insbesondere für die Zivilluftfahrt. Nun hat er sich einen Bubentraum verwirklicht und flog mit jener fliegenden Wellblechkiste über die Alpen, die ihn mit ihrem sonoren Brummen sowie ihrer Langsam- und Behäbigkeit schon als Kind beeindruckt hat: Die Junkers Ju 52, besser bekannt als Tante Ju.

Der über 70-jährige Oldtimer der Ju-Air wartet auf dem Flugplatz Dübendorf auf die nächsten Passagiere.

Gemächlich gewinnt die Maschine nach dem Start an Höhe.

Automatisation sucht man im Cockpit vergebens. Gesteuert wird mit  einem riesigen Lenkrad aus Holz, inklusive Emblem des Motorenherstellers BMW-

Über den Glarner Alpen. Die Gipfel scheinen zum Greifen nah.

Auf Höhe des Vierwaldstättersees gesellt sich ein weiterer Veteran zur Ju: Ein Bücker-Doppeldecker.

Nach einer Stunde bei perfektem Flugwetter hatten die 17 Passagiere der alten Damen wieder festen Boden unter den Füssen und Schreiber Koller konnte auf seiner Allzeit-To-Do-Liste einen weiteren Punkt abhaken.

Bilder, die wir uns wünschten

Vladimir Putin ist super, ein echter Kerl, ein – wie die Luzerner zu sagen pflegen – Sebesiech oder wie die Russen, ein Molodez. So zumindest versucht es uns die gut geschmierte Propaganda-Maschinerie des Kremls weiszumachen.

Wir finden: Da geht noch viel mehr! Deswegen wünschen wir uns mehr solche Bilder:

Wir schmachten: Was für ein Mann, Russlands neuer alter Präsident!

PS: Der hier ist übrigens auch nicht schlecht – und der Wortlaut zeigt, dass uns das Thema schon länger beschäftigt: Putin und der Bär

Sätze, die wir uns wünschten

Vom Versicherungsberater:

Doch, Sie sind wirklich in allen Belangen genügend versichert

Vom Rechtspopulisten:

Nein, für diesen Missstand kann man nicht Ausländer verantwortlich machen

Vom Verwaltungsratspräsidenten:

Doch, die Zukunft der Mitarbeitenden ist uns wichtiger als eine höhere Dividende

Die wahrscheinlich realistischste Reaktion darauf:

ego-Sana auf igosana

Mit seiner Schreiberei verfasst David Koller Sonderseiten über Luzerner Gemeinden. Bei der letzten Ausgabe zu Altbüron hat sich in einer Bildlegende ein kleiner Fehler eingeschlichen.

Aus Der Nebel verzieht sich aus Altbüron wurde Der Nebel verzieht ich aus Altbüron.

Ein Leser machte mit einer geistreichen Zusendung aufmerksam auf den Lapsus. Diesem digital zugestellten Bild…

…hängte er folgenden Kommentar an: Ego-sana in der Bildlegende. 

Das gefällt uns. Gleichwohl geben wir zu bedenken: Herrn Koller wird mitunter ein etwas gar überzogenes Ego unterstellt. Ganz so doll ist es denn aber doch nicht. Das Wetter beeinflussen zu können, masst sich der Schreiber nicht an. Überdies ist ein solch dummer Fehler nicht unbedingt Balsam für die Seele – eher das Gegenteil.

Aber abgesehen davon sind die Sonderseiten über die Gemeinden wirklich ultimativ obergenial – durchaus im Stande, Nebel zu vertreiben.

Fake News – als es sie (offiziell) noch nicht gab

Spätestens seit dem Wahlkampf des unsäglichen Donald Trump sind die Begriffe Fake News oder Alternative Facts allen bekannt. Leider! Es gab sie schon zuvor, indes liess sich damals noch besser darüber lachen. Das zeigt sich am Beispiel der Berichterstattung über Asiana-Airlines Flug 214, der im Juli 2013 in San Francisco bruchlandete.

Unmittelbar nach diesem tragischen Ereignis gingen einige Medien einer Falschmeldung auf den Leim, die David Koller zu einer Glosse veranlasste. Dieser haben wir uns heute erinnert, und wollen sie noch einmal aufbrühen. Denn sie war – keine Fake News! –  so schlecht nicht. Zumal sie einen kühnen Bogen zur schon damals angespannten Finanzlage des Kantons Luzern schlug.

Journalistische Bruchlandungen

Als diesen Juli eine koreanische Boeing bei der Landung in San Francisco verunglückte, leistete sich ein amerikanischer TV-Sender einen üblen Schnitzer. Im Rennen um die aktuellsten Infos nannte er die vermeintlichen Namen der Piloten: Sum Ting Wong, Wi Tu Lo, Ho Lee Fuk und Bang Ding Ow. Was im ersten Moment asiatisch klingen mochte, entpuppte sich als übler Scherz. Denn statt um Namen handelte es sich um die Verballhornung der englischen Ausrufe «something wrong», «we too low», «holy» – ergänzt mit dem F-Wort, das die puritanischen US-Fernsehsender jeweils mit einem Piepston überlegen – und «bang, ding, ow». Auf Deutsch: «Hier stimmt was nicht», «wir (sind) zu tief», «heilige Scheisse», «bumm, krach, autsch.»

Selber schrammte ich jüngst zweimal an ähnlichen journalistischen Bruchlandungen vorbei; in Artikeln über das derzeitige Haupttraktandum der politischen Agenda Luzerns – die betrübliche Finanzlage. Aus unerfindlichen Gründen tendiere ich dazu, Senkung mit Erhöhung zu verwechseln. So titelte ich vor zwei Monaten: «Gretchenfrage Steuersenkung». Diesen Lapsus zog ich im Text konsequent durch. Trotz mehrfachem Durchlesen fiel er mir nicht auf. Erst mein Chef konnte in der Schlusskontrolle einen Durchstart einleiten und den Gau abwenden. Ho Lee Fuk!

Sum Ting Wong! Wieso mein Unterbewusstsein immerzu von Steuersenkung statt -erhöhung berichten will, bleibt mir ein Rätsel. Um einen Freud’schen Verschreiber kann es sich nicht handeln. Denn als Spross eines CVP-Hauses wurde mir nicht eben überschäumende Liebe für den Liberalismus in die Wiege gelegt. Die Antipathie ist geblieben, obwohl ich mich politisch längst emanzipiert habe und auf mich gemünzt das Vorurteil nicht ganz in Abrede stellen kann, Journalisten würden eher nach links steuern – ausser natürlich die strammen Mannen von Captain Köppels «Weltwoche». Am letzten Freitag rasselte ich erneut fast in die Falle. Um ein Haar hätte ich der Luzerner SP den Wunsch nach tieferen Steuern unterstellt. Bang Ding Ow! Immerhin habe ich den Lapsus dieses Mal selbst bemerkt. Für den Fall, dass ich dereinst dennoch reinfliegen sollte und in der kantonalen Fiskalpolitik von Beibehalten statt Kurswechsel schreibe, halte ich hier schon mal prophylaktisch fest: Wi tu Lo!

Willisauer Bote (WB), 25. Oktober 2013
© David Koller, 2013

* Mehr über Kollers Technik-Fimmel gibt es hier.