Kategorie: Geschreibsel

Über die Beständigkeit des Wandels

Auf der Suche nach einem geeigneten Zitat sind wir auf diese Aussage der grossen politischen Theoretikerin Hannah Arendt gestossen.

Die radikalsten Revolutionäre werden einen Tag nach der Revolution Konservative.

Der Blick in die Geschichtsbücher zeigt: Auch wenn sie es ziemlich zugespitzt formuliert hat, grundsätzlich behielt die Arendt recht. Der Blick in den Spiegel zeigt: Wir versuchen uns gegen die scheinbar unausweichliche Evolution des Konservativ-Werdens zu wehren – indes ist unsere Revolution bis heute noch nicht ausgebrochen.

In den ewigen Jagdgründen

Buma Nathanael ist nicht mehr. Vergangene Woche ist er in die ewigen Jagdgründe eingegangen. Er war ein Dackel, wie er im Buche steht: Jagdhund (ausser Dienst), verfressen, lang und dickköpfig.

Mitunter war er ziemlich unberechenbar – gleichwohl erstaunlich geduldig gegenüber Kleinkindern. In den letzten Monaten indes war er vor allem eines: sehr alt, immer schwächer und gebrechlicher. Am 15. März wurde er von seinen zunehmenden Leiden erlöst.

Am 26. Juni wäre Baiko – so der offizielle Name gemäss Hundepass (kein Witz, so etwas gibt es wirklich) – 15 geworden. Ein stolzes Alter, immerhin 105 Menschenjahre.

Wursthund Buma: Meistens hat er geschlafen, bald war er süss, bald ziemlich lästig; bisweilen wurde er unfreiwillig zum vierbeinigen Clown:

 

Auch in die Printmedien hat er es geschafft. Zuletzt am 17. August 2013 in einer «Carte Blanche» im «Willisauer Bote».

In diesem Sinne: DIP, alte Wurst (Dackel in Peace).

Humor für Leute ohne Humor

In der öffentlichen Verwaltung werden fünf auf die Implementierung von Informatiklösungen spezialisierte Kannibalen eingestellt. Am ersten Arbeitstag eröffnet ihnen der Projektleiter: «Wir sind froh um eure Hilfe. Ihr verdient hier gutes Geld. Essen könnt Ihr in der Kantine. Lasst um Gottes Willen die anderen Mitarbeiter in Ruhe.» Die Kannibalen geloben, ihre Kolleginnen und Kollegen nicht anzufassen.

Nach vier Wochen kommt der Projektleiter wieder: «Ihr arbeitet hervorragend. Wir kommen gut voran», sagt er. «Nur vermissen wir seit Kurzem eine Putzfrau. Wisst ihr mehr?» Die Kannibalen verneinen allesamt und schwören hoch und heilig, mit dem mysteriösen Verschwinden nichts zu tun zu haben. Als der Projektleiter wieder weg ist, fragt der Gruppenleiter: «Wer von euch Schwachköpfen hat die Putzfrau gefressen?»

Betretenes Schweigen. Nach einer Weile und mehrmaligem, immer lauterem Nachfragen meldet sich einer kleinlaut: «Ich wars, hatte mich für einen Moment nicht im Griff.»

Der Chef haut ihm mit der flachen Hand auf den Hinterkopf. «Dümmer als ein Pflanzenfresser! Wir ernähren uns seit vier Wochen von Kommunikationsleuten und wissenschaftlichen Mitarbeitern. Niemand vermisst sie. Und du Depp musst dich über die Putzfrau hermachen!»

Der Verfasser dieser Zeilen arbeitet unter anderem als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Kommunikationsfachmann in der öffentlichen Verwaltung. Neue Informatiker wurden seines Wissens in letzter Zeit keine eingestellt. 

Existenzielle Fragen


Mit bangem Blick in Richtung USA sind wir derzeit nicht so recht sicher, welche dieser beiden Grundsatzfragen uns mehr beschäftigen soll:

> Meint dieser Irre das tatsächlich ernst und will er das wirklich durchziehen?
> Warum in aller Welt gibt es nicht mehr Widerstand? Wieso wehrt sich die Mehrheit nicht vehementer, die diesen Wüterich gar nie gewählt hat?

Wir sind zugegebenermassen ein bisschen ratlos.