In den ewigen Jagdgründen

Buma Nathanael ist nicht mehr. Vergangene Woche ist er in die ewigen Jagdgründe eingegangen. Er war ein Dackel, wie er im Buche steht: Jagdhund (ausser Dienst), verfressen, lang und dickköpfig.

Mitunter war er ziemlich unberechenbar – gleichwohl erstaunlich geduldig gegenüber Kleinkindern. In den letzten Monaten indes war er vor allem eines: sehr alt, immer schwächer und gebrechlicher. Am 15. März wurde er von seinen zunehmenden Leiden erlöst.

Am 26. Juni wäre Baiko – so der offizielle Name gemäss Hundepass (kein Witz, so etwas gibt es wirklich) – 15 geworden. Ein stolzes Alter, immerhin 105 Menschenjahre.

Wursthund Buma: Meistens hat er geschlafen, bald war er süss, bald ziemlich lästig; bisweilen wurde er unfreiwillig zum vierbeinigen Clown:

 

Auch in die Printmedien hat er es geschafft. Zuletzt am 17. August 2013 in einer «Carte Blanche» im «Willisauer Bote».

In diesem Sinne: DIP, alte Wurst (Dackel in Peace).

Die Dumm-Bremse

In den USA schlägt der wirre Wüterich vom Weissen Haus weiter um sich. Ein ausgeklügeltes politisches System sollte aber verhindern, dass er all seine geäusserten Dummheiten tatsächlich umsetzen kann. In der«Neuen Zürcher Zeitung» vom 18. Februar ist das mit der Unionsverfassung von 1787 eingeführte System treffend erklärt. Vor allem die gelungene Infografik hat es in sich.

(grössere Version durch Klicken auf Bild)

Der dazugehörende Text des emeritierten Staatsrechts-Professors Walter Haller ist ebenfalls lesenswert. Hier eine allerkürzeste Zusammenfassung: In den Vereinigten Staaten existiert eine feine Balance zwischen den drei Staatsgewalten. Die Verfassung zeichnet sich durch ein ausgeklügeltes System von sogenannten «checks and balances» aus. Die drei mächtigsten politischen Pfeiler sind:

  • Der vom Volk gewählte Kongress, bestehend aus Repräsentantenhaus und Senat
  • Der vom Volk via Elektoren indirekt gewählte Präsident
  • Das Oberste Bundesgericht, der Supreme Court

Die drei Zentren sind einander gleichgestellt und müssen sich gegenseitig kontrollieren. Dies gewährleistet, dass das durch die Verfassung vorgegebene Machtgleichgewicht nicht aus den Fugen gerät.

Trumps bisherige Äusserungen lassen befürchten, dass die Balance in nächster Zeit einer harten Bewährungsprobe ausgesetzt wird. Ein Blick auf die vergangenen Jahrzehnte zeigt indes, dass sie sich bislang bewährt hat. Ob die an sich sehr effektive Macht-Bremse dieser neuen Dimension der Dumm- und Unverfrorenheit ebenfalls standhält, wird sich in den nächsten Monaten zeigen.

Humor für Leute ohne Humor

In der öffentlichen Verwaltung werden fünf auf die Implementierung von Informatiklösungen spezialisierte Kannibalen eingestellt. Am ersten Arbeitstag eröffnet ihnen der Projektleiter: «Wir sind froh um eure Hilfe. Ihr verdient hier gutes Geld. Essen könnt Ihr in der Kantine. Lasst um Gottes Willen die anderen Mitarbeiter in Ruhe.» Die Kannibalen geloben, ihre Kolleginnen und Kollegen nicht anzufassen.

Nach vier Wochen kommt der Projektleiter wieder: «Ihr arbeitet hervorragend. Wir kommen gut voran», sagt er. «Nur vermissen wir seit Kurzem eine Putzfrau. Wisst ihr mehr?» Die Kannibalen verneinen allesamt und schwören hoch und heilig, mit dem mysteriösen Verschwinden nichts zu tun zu haben. Als der Projektleiter wieder weg ist, fragt der Gruppenleiter: «Wer von euch Schwachköpfen hat die Putzfrau gefressen?»

Betretenes Schweigen. Nach einer Weile und mehrmaligem, immer lauterem Nachfragen meldet sich einer kleinlaut: «Ich wars, hatte mich für einen Moment nicht im Griff.»

Der Chef haut ihm mit der flachen Hand auf den Hinterkopf. «Dümmer als ein Pflanzenfresser! Wir ernähren uns seit vier Wochen von Kommunikationsleuten und wissenschaftlichen Mitarbeitern. Niemand vermisst sie. Und du Depp musst dich über die Putzfrau hermachen!»

Der Verfasser dieser Zeilen arbeitet unter anderem als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Kommunikationsfachmann in der öffentlichen Verwaltung. Neue Informatiker wurden seines Wissens in letzter Zeit keine eingestellt. 

Existenzielle Fragen


Mit bangem Blick in Richtung USA sind wir derzeit nicht so recht sicher, welche dieser beiden Grundsatzfragen uns mehr beschäftigen soll:

> Meint dieser Irre das tatsächlich ernst und will er das wirklich durchziehen?
> Warum in aller Welt gibt es nicht mehr Widerstand? Wieso wehrt sich die Mehrheit nicht vehementer, die diesen Wüterich gar nie gewählt hat?

Wir sind zugegebenermassen ein bisschen ratlos.