Zwischenhoch

Nachdem wir uns im letzten Beitrag fürchterlich über gewisse SVP-Politiker ärgern und uns wohl – schön wenn nicht! – am 28. Februar über fürchterliche Abstimmungsergebnisse aufregen müssen, wollen wir für kurze Zeit etwas lustig sein. Etwa mit dem hier:

20160217055932

Oder dem:

PhysiklehrerUnd schliesslich noch mit einem Blick in die USA:

Trump

Ritalin gegen Grossmachtansprüche

Dass David Koller kein glühender Fan des russischen Präsidenten Vladimir Putin ist, dürfte aufmerksamen Gästen von igosana.ch schon lange aufgefallen sein. Nun mussten auch Leser des «Willisauer Bote» ein Pamphlet an die Adresse Putins über sich ergehen lassen. Kollers neueste «Carte Blanche»:

Der will nur spielen

Hundehalter wissen es. Die Floskel «Der will nur spielen» kommt nicht immer an. Es gibt eben beides: Hundefreunde und -hasser. Letztere können es nicht verputzen, wenn Waldi an sie heraufsteht, auch wenn er dabei noch so freundlich wedelt. Zumal es zweierlei Vierbeiner gibt: Jene, die spielen wollen, und jene, die wenig Gutes im Schilde führen. Ähnlich hat es sich mit Jungs. Die wollen immer spielen. Manchmal mit guten Absichten, manchmal mit schlechten. Bestes Beispiel ist der kleine Neo-Zar aus Russland – Vladimir Putin. Zuerst dachte die Welt, man könne den Mann von gerade mal 165 Zentimetern mit Spielen ruhig stellen. Olympia als Ritalin gegen Grossmachtansprüche. In der Tat, es funktionierte. Damit alle auf seinen sündhaft teuren Spielplatz kamen, gab er sich richtig nett und entliess gar einige Widerspenstige aus der Haft. Doch wenige Tage nach Sotschi plärrt der Kleine wieder. Und wie: Jetzt will er mehr. Gleich eine Halbinsel soll es sein, vielleicht gar ein ganzer Staat. Mit der fadenscheinigen Ausrede, er müsse seine Landsleute beschützen.

Auf der Krim leben etliche Russen, ohne Zweifel. Zudem verbringen dort viele Bewohner aus dem Reich Putins die Sommerferien. Doch zählt das? Wo kämen wir hin, wenn etwa Dagmersellen Nebikon annektiert, bloss weil sich im Schwimmbad Stämpfel einige Einwohner einen Sonnenbrand geholt haben? Oder wenn unverhofft irreguläre Truppen aus Egolzwil in Wauwil einmarschieren; mit der Begründung, nur so könne man die Sicherheit seiner am dortigen Bahnhof wartenden Bürger gewährleisten. Und wenn Fischbach unfreundlich Ebersecken eingemeindet? In der Hoffnung, dass 1140 Personen im Kampf gegen das Asylbewerberzentrum mehr Macht haben als 720. Oder wenn die Ufhu­ser hinterrücks Zell überfallen, weil sie ihre Feuerwehr nun doch wieder zurückwollen?

Besitzverhältnisse und Demokratie: Offenbar bekundet Vladimir Putin mit beidem gleich viel Mühe wie Bachelor Vujo Gavric mit dem Artikulieren eleganter Sätze oder Francesco Schettino mit dem Manövrieren gros­ser Schiffe. Doch so läuft das nicht. Auch wenn der Kleine bloss spielen will, Anstand muss sein. Benimmregeln gelten für alle. Das wissen auch Hundebesitzer. Halten sich ihre Vierbeiner nicht daran, müssen sie in einen Erziehungskurs.

Willisauer Bote (WB), 7. März 2014
© David Koller, 2014

Zur Abrundung dieses Beitrags haben wir in Sachen Putins Demokratur im Internet eine schöne Karikatur gefunden:

Evolution

Dr. Mogeli und die Methode Estermann

Und wieder steht Christoph Mörgeli im Zentrum. Dieses Mal geht es um seine vermeintliche Doktorschmiede, in der er als Professor fragwürdige Dissertationen durchgewinkt haben soll.

Wir halten uns mit hämischen Kommentaren zurück und warten die angekündigte Untersuchung der Uni Zürich ab. Indes möchten wir an dieser Stelle eine Karikatur der «NZZ am Sonntag» in Erinnerung rufen, die vor einigen Monaten den Schlamassel der SVP Schweiz so treffend illustrierte:

Wenn wir schon beim Aufwärmen von Medienerzeugnissen zur Sache SVP sind: den Tweet von Peter Burkhardt, Journalist bei «Schweiz am Sonntag», müssen auch unsere nicht-twitternden Gäste gelesen haben:

Yvette Estermann an Christoph Mörgeli: Hätte da ne bessere Methode. #DrMogeli

Lasagnaratzi

NZZ-Karikaturist Peter Gut hat in der Ausgabe vom 16. Februar einmal mehr das Wichtigste der vergangenen Woche treffend auf den Punkt gebracht – mit dem Grad an Absurdität, den wir mögen.

Der abtretende Papst Joseph Ratzinger – Papa Ratzi – und der Pferdefleisch-Skandal. Welch schöne Kombination! Konzise Zusammenfassung der Zeichnung mit einem Wort: Lasagnaratzi.

Wir sind zufrieden und bemängeln einzig: der spektakulär den Horizont durchquerende Meteorit fehlt.

Es gibt in Russland auch sinnvolle Verbote

Einmal mehr sorgt Vladimir Putins Russland für negative Schlagzeilen. Dieses mal mit dem neuen verschärften Versammlungsgesetz. Es schränkt das Recht auf Demonstrationen ein und ist weiteres deutliches Zeichen dafür, dass der neue alte Präsident nicht sonderlich an einer Mitsprache des Volkes interessiert ist.

Russland und seine Verbote. Doch selbst in dieser antidemokratischen, sogenannt «gelenkten Demokratie» gibt es durchaus nachahmenswerte Einschränkungen. Etwa diese hier – wir haben sie auf der Exkursion in St. Petersburg vor der Isaakskathedrale angetroffen:

Bitte keine Abgase! Dieses Verbot würden wir gerne in die Schweiz importieren und insbesondere in den Innenstädten aufstellen, in denen Fahrer von überdimensionierten SUVs verzweifelt nach genügend grossen Parklücken suchen.

Als Gegenleistung würden wir dem Neo-Zaren gerne noch einmal erklären, was genau unter Demokratie zu verstehen ist. Etwa, dass ein Parlament auch mal darüber diskutiert, ob es in einem Land zu viele Verkehrsschilder gibt. «Nein», sagte heute die Mehrheit des Schweizer Nationalrats. Dem Verbot-Import aus Russland steht somit nichts mehr im Wege.

PS: zu Putins Demokratieverständnis haben wir dieser Tage auf tagesanzeiger.ch eine nette Karikatur gefunden.