Postsowjetische Kommunikationspolitik

Hoppla! Da wären wir aber gerne mitgeflogen. So gesehen im «Tagesanzeiger» vom 11. März 2010:

Piloten waren sturzbetrunken

Ausgesprochen angeheitert ist eine Flugzeug-Crew in der Ukraine zu einem Flug mit 86 Passagieren angetreten. Die Sicherheitskräfte auf dem Flughafen Simferopol auf der Halbinsel Krim konnten den Start der Maschine gerade noch rechtzeitig verhindern. Die Piloten und Stewardessen hätten zwischen 3 und 3,5 Promille im Blut gehabt.

Ungeschoren dürften die Trunkenbolde nicht davonkommen: Unter den Passagieren war auch die ukrainische Vizegeneralstaatsanwältin Tatjana Kornjakowa. Sie forderte eine Untersuchung der Flugsicherheit in ihrem Land. (SDA)

yak42.jpg

So ein Pech auch, dass ausgerechnet die Kornjakowa im Flieger sitzen musste. Der involvierten ukrainischen Fluggesellschaft Donbassaero scheint der Vorfall auf jeden Fall doch ein bisschen unangenehm zu sein. Auf der Webseite der Airline äussert sich Generaldirektor Aleksandr Gretschko höchstpersönlich wortreich zum Ereignis und gelobt Besserung, was für ein postsowjetisches Unternehmen auch heute noch eine doch eher ungewohnte Kommunikationspolitik darstellt.

Saufen können sie immer noch. Scheinbar lernen sie jetzt aber langsam, auch darüber zu reden.

Nachtrag
Unter uns, die Jungs hätten die Yak-42 sicher souverän an ihr Ziel gebracht, davon ist die Redaktion von igosana.ch überzeugt. Und die ebenfalls mächtig angeheiterten Stewardessen hätten garantiert dafür gesorgt, dass auch in der Kabine bald niemand mehr nüchtern gewesen wäre – dann hätte sich keiner mehr Sorgen gemacht.

Allenfalls könnte man die untenstehende Liste über Coolness gleichwohl wie folgt ergänzen. Cool ist es,

  • mit 3,5 Promille in Pilotenuniform und der Absicht, einen gutbesetzten Airliner zu fliegen, über ein Rollfeld zu torkeln.